Steve Jobs Biografie Buchreview 10. April 2013
8 Kommentare

Ich bin zwar nicht wirklich eine große Leseratte, aber als eingefleischter Apple Fan hat mich der Tod von Steven Jobs am 5.10.2011 schon berührt. Für mich war klar, dass von dem Zeitpunkt an, die Welt der technologischen Innovationen und Errungenschaften einen wichtigen Mitbegründer verloren hatte. Ehrlich gesagt wusste ich relativ wenig über Steve Jobs, genauso wenig weiß ich momentan über Bill Gates oder Eric Schmidt. Grund genug, dass ich mir das Buch kaufte, in dem Walter Isaacson Steve Jobs Biografie mit seinen und Steve’s Worten wiedergibt. Apropos, das Buch konnte ich günstiger erstehen indem ich über Cuponation einen Gutschein nutze. Somit gleich ein paar EUR für hunderte Seite; genauer gesagt 701; gespart 😉

Steve_Jobs_Cover_hinten

Steve_Jobs_Cover_hinten

Die Lebensgeschichte des jungen Steve interessierte mich von Anfang an. Wie war es möglich als Studienabbrecher, Querdenker und im Garagen Start-Up zum technologischen Weltkonzern aufzusteigen?

Das Buch war grundsätzlich mit einfachen Worten verfasst, sodass man sich am späten Abend noch in die „Tiefen des Ursprungs“ von Apple begeben konnte. Zwar wurde so mancher Begriff in der deutschen Ausgabe falsch übersetzt (silicon != Silikon ; gemeint ist Silizium), dennoch einfach und kurzweilig zu lesen.

Spiritueller Weg

Bevor es überhaupt um das Genie der Produkt-Innovation ging, wurde sehr eindrücklich der Weg von der Adoption zur Schulzeit bis hin zur Spiritualität des jungen Steve Jobs gezeigt. Ich muss sagen, eine sehr schöne Geschichte mit tiefen Einblicke in Steve’s Leben, um in weiterer Folge sein späteres Denken und Handeln besser interpretieren zu können.

Apple raises

Steve, der nicht wirklich ein technisches Genie war, hat in Steve Wozniak genau jenen technischer Counterpart gefunden, der Apple I und danach den Apple II überhaupt zur Realität werden lassen konnte. Die Zeit der Personal Computer war noch vollkommen in den Kinderschuhen, somit keine gute Ausgangssituation um mit einem massentauglichen Computer die Haushalte zu erreichen. Ein kleines Detail nehme ich aus den vorderen Kapiteln des Buches mit. Apple wurde offiziell am selben Datum gegründet, als meine Schwester auf die Welt kam (01.04.1976). Seit geraumer Zeit besitzt sie ebenso Apple Geräte.

Wie war Steve?

Im Buch zeigt sich anhand vielen Beispielen die Besessenheit von Perfektionismus und im privaten Umfeld der Hang zum Minimalistischem, Purismus im eigentlichen Sinne. Auch das Innenleben der Apple Computer sollte absolut perfekt sein, obwohl diese wohl fast nie geöffnet werden sollten. Gerade eben dieser Drang zum perfekten Produktdesign, unterstützt von unzähligen Design-Gurus, brachte schlussendlich ästhetische Geräte mit komplett ausreichenden Funktionumfang hervor, welche seit der Smartphone Generation nicht mehr wegzudenken sind.

Sehr oft wird im Buch das „Reality Distortion Field“ erwähnt, welches Steve in bestimmten Situationen schafft, um Fakten und Wahrheiten soweit zu verzerren, um Leute zu unglaublichen Höchstleistungen zu motivieren. Im Grunde genommen, eine ausgeprägte Form der Manipulation, die Jobs geschickt durch sein Charisma ummantelte.

Der Führungsstil von Steve hätte mich persönlich sehr bald an meine nervlichen Grenzen gebracht. Einerseits übernahm er gute Ideen direkt und verkaufte sie als die seinigen, bei unzureichenden Ergebnisse folgte sofort der Rausschmiss bzw. folgten Gebrüll und Angriffe unterhalb der Gürtellinie. Die Fernbleiben des Faktors Menschlichkeit in Steve’s Führungsstil hat sehr viele Apple Mitarbeiter zur Menschen zweiter Klasse degradiert, was aus meiner Sicht kein wirkliches Highlight von Apple ist.

Am besten gefiel mir neben der Entstehungsgeschichte des iPod und des iPhones auch die Erzählungen über Apple’s Presseveranstaltungen (MacWorld). Mit welchen Aufwand Steve sich selbst inszenieren konnte, der Perfektionismus bei Bühne, Ton und Technik, einfach unglaublich.

Fazit

Tolles Buch; gerade eben für Apple Fans, die den Spirit der Marke, des Produktdesigns und die Genialität von Steve gedanklich erfassen möchten. Mein Buchreview beschränkt sich auf ein paar Hauptaspekte der Biografie, wer mehr darüber wissen möchte, am besten selbst das Buch besorgen und stauen wie vielseitig ein Steve Jobs war.
Mit Ende April 2013 kommt auch die Verfilmung seines Lebenswerks Apple in die Kinos. Mit Asthon Kutscher laut IMDB jedoch eine mäßige Biografie; ansehen werde ich es mir aber trotzdem 😉

Flattr this!

8 Kommentare
Robert Zierler 10. April 2013

Robert Zierler liked this on Facebook.

Andrea Kall 10. April 2013

Andrea Kall liked this on Facebook.

Matthias Wehowar 10. April 2013

Matthias Wehowar liked this on Facebook.

Christian Lapp 11. April 2013

Gut geschriebener Review! Nur ob es die Sandra freut, dass du sie um einiges älter machst? 🙂

Dietmar Hafner 11. April 2013

Zahlensturz, ausgebessert 🙂

Manuel 30. April 2013

Dazu habe ich einen interessanten Artikel im Spiegel gelesen. Viele Firmenchefs weisen die gleichen Fähigkeiten auf wie Psychopaten 😀

Karsten L. 4. November 2013

Vielen Dank für die spannende Review… ich bleibe dem Apfle wohl trotz allem erstmal treu, habe gerad erste wieder nen gebrauchten Shuffle abgegeben (http://www.ebay.de/bhp/apple-ipod-shuffle-1-generation) und mir die neueste Generation vom iPod zugelegt…Danke Steve nochmal, dafür!

StefanamMeer 19. April 2015

Hallo,

vielen Dank für diesen guten Beitrag über Steve Jobs. Ich fand es interessant wie Du den Artikel gegliedert und aufgebaut hast. Ich habe in den letzten Tagen eine kleine Biografie über Steve Jobs verfasst und auf meinem Blog veröffentlicht.

Liebe Grüße, Stefan

Kommentar zum Beitrag hinterlassen