Resumee BarCamp 2014 #bcg14 14. April 2014
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Dieses Jahr, ja – da muss ich wieder dabei sein am BarCamp in Graz. Das war meine eigentliche Motivation fürs Vorbeikommen. Im Hinterkopf hatte ich jedoch den Leuten etwas über das Repair Café Graz zu erzählen, alte Bekannte zu treffen, neue Leute kennenzulernen und mir interessante Sessions anzusehen. Dennoch die Geschichte des Repair Café sollte wieder zum BarCamp zurückkehren, da es dort im Jahr 2013 seine Initialzündung fand.

Freitag – BarCamp-Stimmung einfangen und eigene Session vorbereiten

Meine letzten BarCamp Erinnerungen lagen bereits einige Zeit zurück, daher bin ich mit einer positiven Stimmung bereits am Freitag zur FH-Joanneum /Graz gefahren, wo dieses Jahr das BarCamp Graz stattfand. Wie erwartet war der Besucherandrang überschaubar, aber die ersten interessanten Sessions hatten sich bereits aufgetan. Vorallem die Geschichte zur Entstehung des Ratiodrink war für mich inspirirend und interessant. Wer weiß, vielleicht ist es für mich bald wieder an der Zeit ein Unternehmen zu gründen (meine erste Gründung war 2011). Des weiteren nutzte ich den Freitag um gemeinsam mit Andreas unseren Vortrag für das Repair Café fertig zu“basteln„. Die positive Stimmung des ersten BarCamp Tages nahm ich dann auch mit nach Hause und freute mich auf den nächsten Tag.

BarCamp Graz 2014 - Sessionplanung

BarCamp Graz 2014 – Sessionplanung

Samstag – Full House

Ich kam zwar etwas verspätet daher, aber wie ich erwartet wuselte es bereits gewaltig. Ein großes D A N K E an dieser Stelle an das Orga-Team, welches Location, Versorgung, Moderation und Betreuung so erstklassig abwickelten, dass sich manchen Event Management Unternehmen verstecken können.

Nach dem Früstück startete die Vorstellungsrunde, welche angesichts der großer Teilnehmer-/Besucherzahl etwas Zeit in Anspruch nahm. Vorallem die eher ungewöhnlichen Tags mancher Leute machten bereits gute Stimmung. Beim Vorstellen hatte ich auch Andrea aus meiner HTL Zeit in Klagenfurt wiederentdeckt, mit der ich in weiterer Folge einen super Austausch über Altes und Aktuelles führte. Die Planungsession ging dann rasch durch. Die Sessions pro Camp waren somit aufgestellt und die Leute holten sich die Infos wo was stattfand. Meine gemeinsame Session mit Andreas war für 14:00 Uhr angesetzt, somit etwas relaxed nach dem Mittagsessen 🙂

Mein erste Session war im PolitikCamp, weil mich vorallem der Titel „Basis Österreich“ ansprach. In den ersten Minuten war dann meine Empfindung eher in Richtung „ÖVP Politik Veranstaltung“? Gottseidank konnte Markus Schimautz die Nähe zur ÖVP dahingehend relativieren, weil es um das Doing der Zielsetzung ging anstatt ÖVP Grundwerte zu diskutieren. Für mich durchaus interessant war sein Bekenntnis, das er daran glaubt, dass man die ÖVP via buttom-up Ansatz reformieren könnte. Diesen Glauben teilten im Publikum nur Wenige. Die Mehrheit meinte, dass es bereits zu spät sei für die ÖVP sich selbst zu reformieren und wieder frisch auf die Gesellschaft zu wirken. Ich selbst fand aber den Ausdruck „Druck von unten aufbauen“ etwas negativ, weil sich mit Druck bekanntlich nur Gegendruck erzeugen lässt. Ich war der Meinung, dass eine neue Gegenbewegung frischen Wind reinbringt, aber das alte so oder so sterben wird. Aus meiner Sicht is es sinnvoller sich auf neue Ideen konzentrieren und die Energien zu bündeln anstatt diese zu nutzen um gegen alte Machtstrukturen zu kämpfen.

BarCamp Graz 2014 - Basis Österreich

BarCamp Graz 2014 – Basis Österreich

Meine politische Begeistung setzte sich fort, ich blieb im PolitikCamp mit der Session zum Vorantreiben einer Open Street Map zum Eintragen von Commons Initiaven, Shared Goods etc. Im Grunde genommen, sollte eine Map für Graz herauskommen, die tolle Initiativen und interessante Plätze (Shared Spaces z.b.) beinhaltet. Die Intention des Sessionleiters war eigentlich, wie findet man die Initiativen in Graz und wie kann man diese einfach eintragen? Eigene Mapping Party, etc.? Der Tenor der Besucher war eindeutig, netzwerk… netzwerken… und viel Herumfragen. Cool fand ich die Idee eine Offline-Map zu basteln und diese im Rahmen einer Veranstaltung z.B. am Hauptplatz aufzuhängen. Damit sollten Leute angeregt werden selbständig Initiaitven und Plätze mittels Pins zu markieren. Falls soetwas wirklich zu Stande kommt; ich würde einiges pinnen was ich so kenne 🙂

Weiter ging es mit dem ausgezeichneten Mittagessen, danke an das Ginko und die Orga für die veganen/vegetarischen Köstlichkeiten. Bevor es aber Nahrung gab, machte Issi und Barbara eine Ad-Hoc Session mittels Becken-/Rückenmuskulatur und Yoga Übungen. Die Übungen waren eine neue Erfahrung für mich und machte ausserdem ordentlich Spaß.

Mit etwas Verzögerung wegen technischer Ungereimtheiten startete dann meine gemeinsame Session „1 Jahr Repair Café Graz“ im StartCamp (Slides). Zu Anfang waren eher weniger Leute da, doch in den weiteren Minuten war die Session gut besucht. Die Session verlief aus meiner Sicht sehr gut, durch die Fragen aus den Publikum konnte man schon ein gewissen Interesse verspüren. Zwei Dinge gingen aus der Repair Café Session für mich hervor:

  • Wir haben wahrscheinlich einen neuen Helfer gewonnen, der ebenso begeistert elektronische Dinge repariert. Ich konnte ihm auch ein paar Tipps für seinen kaputten Samsung TV geben.
  • Falls ich nach Klagenfurt gehen sollte, werde ich wohl die Initiative dort fortsetzen. Danke an Georg Holzer für das Nachdruckverleihen 🙂

Mein BarCamp-Samstag fand seine Fortsetzung im Wissencamp zum Thema „Blogging – Blogger Ethik, Blog Club (Fight Club) und Iron Blogging„. Ganz ehrlich, warum man einen Club zum Bloggen machen sollte habe ich nicht ganz gecheckt, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Sehr spannend und interessant war für mich die Diskussion rund um Blogger Ethik, sprich was kommt auf meinen Blog und was nicht etc.?  Der Tenor war, dass bezahlte Beiträge ok sind (sofern gekennzeichnet) und eigentlich jeder Blogger so eine gewisse Vorstellung über diese Regeln im Kopf besitzt. In der Session wurde auch das Ironblogging vorgestellt, dem ich mich bald anschließen werden, um einfach wieder mehr Posts zu schreiben. Im Anschluss zur Session konnte ich auch mit Johann Blauensteiner Kontakt aufnehmen um mit ihm über NETCONOMY zu sprechen.

Nach etwas Pause, Plausch und Kuchen gings weiter ins PolitikCamp; Thema „Jugend am Land, Politikverdrossenheit„. Das vorgestellte Projekt ging aus dem Elevate Festigal 2013 hervor und war/ist anschienend ein ziemlicher Erfolg. Das Ziel des Projekt war es, Jugendliche und Politik näher beisammen zu führen, damit beidseitiges Verständnis und Vertrauen aufgebaut werden konnte. So wie ich es mitbekam, war das natürlich mit viel Aufwand und Organisation verbunden, der aber schlussendlich Früchte trug. Spannend war die Diskussion rund um Parteienabkehr und wie man das Leben in der Stadt und der ländlicher Region untereinander abwägen könnte.

BarCamp Graz 2014 - Jugend am Land

BarCamp Graz 2014 – Jugend am Land

Der doch etwas lange BarCamp Tag fand dann in der Beersession sein wohlverdientes Ende.

Sonntag – Endspurt

Der Sonntag startete etwas ruhiger, Vorstellungsrunde der „Neuen“ und anschließende Sessionplanung. Ich entschied mich für das StartCamp in dem Nicolai Hemdrup eine Spitzensession zu „Energy Management“ (also körperliche Energien) gab. Am besten hat mir der Review der eigenen Gewohnheiten und das Video zu „you snooze, you loose“ gefallen.

Nicolai ist für mich ein ziemlicher cooler Typ, der aus Dänemark stammt. Mit ihm kam nach der Session zum Thema Web Design ins Gespräch.

Weiter ging es für mich ins PolitikCamp, bei dem ich schon bald Stammkundschaft anmelden konnte. Stefanie machte eine Session über Unabhängigkeit vom EURO sowie Ideen zu Umverteilung und alternative Währungssysteme. Der Outcome der Session war, dass wir eigentlich eine Art Gruppe Gleichgesinnter gebildet haben, die sich nun zu einem Stammtisch treffen wird. Ziel der Gruppe ist mal interessante Initiative zur mehr Unabhängigkeit von bisherigen Wirtschaftsmodellen vorzustellen und sich gegenseitig auszutauschen.

BarCamp Graz 2014 - Umverteilung, Alternative Währung

BarCamp Graz 2014 – Umverteilung, Alternative Währung

Weiter ging es mit Essen und etwas Pausieren.

Die für mich letzte Session im Politikcamp war dann aber nicht so Meins. Das Thema Gerechtigkeitstheorien war nix für mich, weil ich doch einen philosophischen und metaphysischen Zugang zu Gerechtigkeit habe, die gleich mal gedanklich ausgeblendet wurde. Eine Diskussion darüber habe ich mir und den Teilnehmern aber erspart, da es in 45min nicht zu bewältigen gewesen wäre. So geschult bin ich Platons Dialektik dann doch wieder nicht. Dennoch ein paar Gedankenanregungen habe ich mir mitgenommen.

Nach dem der Feedbackrunde und dem offiziellen Schluss hat das BarCamp 2014 dann wiederum seine Pforten geschlossen. Fazit: Es macht einen großen Unterschied ob man selbst eine Session plant/durchführt oder „nur“ teilnimmt. Ich persönlich habe diesmal selbst eine Session gemacht, eine tolle Erfahrung wenn sich andere Leute finden, die sich auch für die selbe Sache interessieren. In Zukunft nehme ich mir vor, mich selbst wiederum via einer Session einzubringen. Für mich ist das Format BarCamp ein super Schmelztiegel für gemeinsame Interessen und Ideen, aus dem dann eine solide Sache entstehen kann.

PS: Im Anschluss zum BarCamp-Closure musste ich das Theoretische (Gerechtigkeitsvortrag) mit dem Praktischen kompensieren. Daher habe ich das iPhone von Andrea, meiner HTL Klassenkollegin, wieder in Stand gesetzt.

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18 Kommentare
Jürgen 14. April 2014

Super Bericht und danke für Lob an die Orga 🙂

waschbecken 14. April 2014

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Henriette 14. April 2014

Mein Kompliment, du hast da einen ganz schön langen Bericht über das gesamte Wochenende geschrieben! Toll!

RobLen 14. April 2014

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RobLen 14. April 2014

@waschbecken Danke. Kommentar folgt 🙂

dhafner 14. April 2014

ja danke schön, ich tu‘ mir eben schwer mit Kurzfassungen 🙂

jaybrueder 14. April 2014

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Motweet 14. April 2014

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bcgraz 14. April 2014

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Robert Lender 14. April 2014

Auch Langfassungen sind gut 🙂 Danke dafür.

Nur zur Aufklärung. Mit dem „Blog Club“ will ich keine neue Gruppe oder sogar einen Verein etablieren. Auf Basis der Regeln des „Fight Club“ (Film) habe ich ähnliches zum Thema bloggen probiert. Das dient eher als Gedankenanregung für jedeN selbst bzw. zum weiter diskutieren.

Freut mich aber, dass du aus der Diskussion dieser Session doch etwas mitnehmen konntest. Was will man mehr 🙂

dhafner 15. April 2014

@RobLen: Danke für die nachträgliche Info, das mit dem Verein habe ich nicht mitbekommen (war glaube ich etwas später erst in der Session).
Du siehst es als überregionalen österreichweiten Verein? Welches Ziel verfolgt der Verein, die Regeln sind bereits eindeutig 🙂

@Jürgen: Danke auch, bis zum nächsten BarCamp oder sehen wir uns gar schon früher 🙂

issi 15. April 2014

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issi 15. April 2014

@waschbecken sehr cool und umfangreich! motiviert mich, endlich den beitrag zu sonntag zu schreiben 😉 #bcg14

Robert Lender 15. April 2014

Mißverständnis. Ich will KEINEN Verein oder ähnliches gründen 🙂 „Blog Club“ sind einfach nur die 8 Regeln, denen man folgen kann oder auch nicht – oder die zur Diskussion anregen. Das wäre mir das liebste – ein wenig Diskussion, warum und wie wir bloggen.

dhafner 20. April 2014

So, nun hab ich’s sorry. Manchmal lese ich das was nicht da steht, tut mir leid.
Ein Blog Club also – nunja in Richtung Iron Blogging sicher eine interessante Idee.
Die Motivation des Blogger finde ich ebenso sehr spannend, oftmals weiß ich selbst nicht mehr warum ich meine Gedanken eintippe 🙂

Monika Koch 20. April 2014

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Andrea Kall 20. April 2014

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