Grüezi Züri – das Abenteuer beginnt 11. Oktober 2015
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Wie manche von meinen Lesern/Innen bzw. Bekannten schon mitbekommen haben, habe ich entscheiden, dass ich mit Oktober 2015 weg von Graz gehe und mich in der Schweiz Zürich niederlasse. Dieser Blogbeitrag sollte den Start dieses Abenteuers einläuten, es werden noch weitere zu diesem Unterfangen folgen.

Schweizer_Flagge_Grueezi

Schweizer_Flagge_Grueezi

Warum Schweiz?

Nach vielen Hin- und Herüberlegen müsste die Frage eigentlich lauten „Warum weiterhin Graz?“ lauten. Keine Sorge, in Graz war es bis zuletzt toll und ich habe gerne in dieser Stadt gelebt. Mit Studienbeginn damals 2002, bin ich in die Stadt als Student gekommen und bin dort eben geblieben, weil Job/Freunde/Freizeitgestaltung/Beziehung alles gepasst hat. „Also, warum dann weg gehen?“ Im Grunde genommen sprach daher nichts gegen Graz, doch einiges mehr für die Schweiz. Der Wunsch nach einem Ortswechsel kam einerseits von mir und andererseits von meiner Freundin. Wahrscheinlich wären wir daher nie ewig in Graz geblieben.

Für die Schweiz spricht auf jeden Fall ein toller Arbeitsmarkt (IT-Fachkräfte sind sehr willkommen), gute Lebensqualität (ich ziehe nach Zürich) und ein funktionierendes System abseits von EU und der EURO Zone. Ein mulmiges Gefühl bereiten mir die Gedanken über die doch hohen Lebenserhaltungskosten und dem schwierigen Wohnungsmarkt.

Entscheidung pro confoederatio helvetica

Nachdem ich mit Anfang des Sommers 2015 mich nach einer neuen Arbeitsstelle umsah, waren mit Ende des Sommers 2015 doch sehr gute Arbeitsangebote aus Graz auf dem Tisch. Dazu gesellten sich dann eben zwei Jobzusagen aus Zürich. Die Entscheidung war für mich persönlich schwierig. In der Schweiz lockte ein hohes Gehalt, ein Leben am Zürichsee (nachdem ich ursprünglich aus Klagenfurt stamme, liegt mir das Thema See im Blut) und der angesprochene „Tapetenwechsel“. Die Angebote aus Graz konnten sich aber ebenso gehaltstechnisch und aufgabenmäßig sehen lassen, dafür blieben mir meine Freunde, meine Hobbys und mein bisheriger Lebenswandel erhalten. Schlussendlich war meine Freundin das Zünglein an der Waage und sagte einfach: „Ich möchte am See leben“, und damit war nicht der Schwarzl- oder Thalersee Nähe Graz gemeint 🙂

Vorgeschichte zum Schweizer Job

Eigentlich hatte ich mich ursprünglich nie nach einem Job in der Schweiz umgesehen. Im November 2014 kontaktierte mich eine Head-Hunterin via XING und damals wurde mir bereits eine Stelle angeboten. Doch im letzten Job lief es anfangs sehr gut und ich wollte nicht wechseln. Anfang des Sommers 2015 kontaktierte ich dann aber Schweizer erneut und fragte, ob es noch Stellen gab. Eigentlich war das zu dem Zeitpunkt eher informativ, denn dass es in der Schweiz einen florierenden IT-Jobmarkt gab, war mir damals nicht bewusst. Relativ rasch wurde ich dann zu zwei Job-Interviews eingeladen, bei beiden wurde mir ein Angebot unterbreitet. Die Entscheidung pro Schweiz habe ich bereits oben erläutert, bleib noch die Entscheidung zwischen den beiden Stellen. Schlussendlich waren beiden Angebote sehr gut und waren sehr vergleichbar, ich nahm mein Bauchgefühl für diese Entscheidung.

Apartmentsuche in Zürich

Nachdem ich dann den Arbeitsvertrag bei ti&m AG unterzeichnete, machte ich mich auf die Suche nach einer Übergangslösung zwecks Apartment. Die Wohnung in Graz lassen wir solange aufrecht, bis auch meine Freundin in Zürich einen Job gefunden hat. Also durchkämmte ich die Internetseiten nach kleinen möblierten Apartments und holte mir Tipps von Bekannten aus Zürich. Die Suche von Österreich aus gestaltete sich schwierig, da gut passende Apartments  rasch vergeben waren oder ich auf meine Anfragen als Ausländer gar keine Antwort bekam. Also machte ich mich erneut nach Zürich auf und besichtige zwei 1.5 Zimmer Apartments. Beim zweiten schlug ich zu, den dort war auch ein Parkplatz für mein Auto vorhanden und es lag ziemlich nahe zur Arbeit bzw. zur Innenstadt.

Apartment_Hildastrasse_Zuerich2

Apartment_Hildastrasse_Zuerich2

Das Apartment ist zwar klein im Vergleich zu meiner bisherigen 90m2 Wohnung in Graz, doch dafür möbliert und gut ausgestattet. Das Ganze gibt es zum „Schnäppchenpreis“ von 2179 CHF im Monat für 28m2, eigenen Parkplatz und wöchentlichen Reinigungsservice inklusive. Aufgrund des hohen Preises ist das Apartment eine Übergangslösung bis wir in eine gemeinsame Wohnung umziehen.

Apartment_Hildastrasse_Zuerich

Apartment_Hildastrasse_Zuerich

Die Spannung steigt

Offiziell geht es dann am Montag dem 12.10.2015 mit der Arbeit los. Die letzten Tage war ich bereits in Zürich um einerseits ein paar Sachen von Graz nach Zürich zu bringen und mich andererseits ein wenig einzuleben. Also waren meine ersten Wege zum Personenamt zwecks Anmeldung in Zürich und die Eröffnung eines Schweizer Bankkontos samt Karten. Dennoch bleibt ein gewisser Nervenkitzel am Anfang, weil Vieles ungewiss ist:

Wie läuft es mit der Arbeit? Verstehe ich das schwiizerdütsch bald mal? Findet meine Freundin bald einen Job? Bis wann kann ich die hohen Anfangskosten wiederum relativieren? Wie kompliziert/einfach sind die Schweizer überhaupt?

Meine Schweizer Lessons learned

  • Für den Anfang am besten alles selbst im Internet nachlesen und/oder bei Freunden/Bekannten nachfragen, comparis und hallo-schweiz.ch habe ich oft besucht und kann ich empfehlen.
  • Es gibt keine Kollektivverträge für IT in der Schweiz, daher ist der Arbeitsvertrag samt Zusätze recht umfangreich.
  • Zollkontrollen werden an der Schweizer Grenze sehr genau genommen (Freimengen beachten, obwohl die Personenfreizügigkeit der EU auch in der Schweiz herrscht (FZA in der Schweiz genannt))
  • Lebensmittel sind im Schnitt nur etwas teurer, Butter kostet aber z.b an die 3 CHF. Ordentlich teurer sind eben Mieten und Dienstleistungen jeglicher Art. Gleich teuer (daher hier günstig) sind Elektronik/Elektrogeräte, Autos und Gewand.
  • Die Schweiz hat eine hohe Dichte an Atomkraftwerken. Das merkte ich dann, als ich beim Personenamt einen Gutschein für Kaliumjodid Tabletten bekam, falls doch ein Kraftwerk in die Luft fliegt.
  • So gut wie alle Parkplätze in Zürich sind nummeriert. Das erleichtert die Parkkontrollen anscheinend, außerdem fangen die Bussen bei 100 CHF an. Bei meinen Apartmentparkplatz wird bei unberechtigten Abstellen gar von Privatklage von Streitwert 2000 CHF gesprochen.
  • Die Müll- und Abfallregelung ist wirklich kurios für mich; im Supermarkt die offiziellen Müllsäcke (Züri-Säcke) kaufen (10 Stk. 35 L Säcke für 20,20 CHF) und dann auf den Gehsteig am richtigen Tag zur Abholung legen. Nun ja mein Apartment Haus hat einen Container, da klappt das Gottseidank problemlos.
  • Nach 12 Jahren in der Schweiz und 2 Jahren in Zürich kann man Züricher Bürger (Schweizer) werde, das Verfahren dauert nur läppische 2 Jahre und kostet ein paar Tausend Franken 🙂

PS: Danke Christina und Flo für die Schweizer Flaggenbild, es hat seinen Ehrenplatz erhalten 🙂

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[…] den ersten Bericht doch einige Leute gelesen bzw. geliked haben, folgt mit etwas Verspätung ein zweiter Beitrag zum […]

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