Internet of Things – Ein Tag in einer utopischen Zukunft 11. Januar 2015
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Die Idee zu diesem Artikel stammt eigentlich schon aus dem Jahr 2014, da ich mich gerne mit Zukunftsszenarien beschäftige, in denen Technologie und deren Anwendung eine Rolle spielt. Eigentlich war ich mir anfangs gar nicht sicher, was als Zukunftsutopie schreiben könnte. Fakt ist aber, je länger ich warte, desto eher wird meine Utopie von der Realität eingeholt, denn selbstfahrende Autos, mitdenkende Haushaltsgeräte und ständig vernetzte Gadgets sind heute schon an der Tagesordnung.

Es muss daher etwas wirklich abgedrehtes für die jetzige Zeit sein, eine Utopie der digitalen und vernetzten Zukunft, die wir in 10 Jahren vielleicht schon als normal betrachten. In diesem Zusammenhang ist mir das Buzz-Word „Internet of Things“ in den Sinn gekommen, sprich M2M Communication, Smart Home, Smart Car, eben alles Smart machen was momentan old school ist. Internet of things IoT bedeutet zugleich auch eine durchgängige Vernetzung von Geräten, Möbel, Sensoren, anderen Systemen, Ankoppelung an öffentliche Infrastruktur gepaart mit Daten des Menschen (Vorlieben, Körperdaten, etc.). Ich sehe IoT eigentlich als sehr weit fortgeschrittene Vernetzung von Dingen des Alltags, unserer Behausung, unser Fortbewegungsmitteln bis hin zu Kleidung, Nahrungsmittel, Sportgeräten oder gar Zimmerpflanzen und Haustiere 🙂

obias Bräuning  / pixelio.de

obias Bräuning / pixelio.de

Wenn man den Gedanken einer kompletten Vernetzung durch Technologie und Gerätschaften beginnt, so kommt einem das Schaudern. Ein Schaudern der Angst oder ein Schaudern der Erwartungen und Möglichkeiten, die sich ergeben könnten? Ich lasse mir das für mein Fazit offen. Jedenfalls versuche ich einen Tagesablauf im Jahr 2025 zu skizzieren, so wie ich mir die technologische Zukunft eben vorstellen könnte.

Mein super-duper Wecker hat mich durch sanfte Geräusche und leichtes Vibrieren zum Aufwachen gebracht, in dem Moment wird bereits die Datenanalyse zu meinem Schlaf aus der smarten Matratze an die zentrale Home Command Unit (so ne Art Home Computer/Tablet, der mit alles und und jedem im Haushalt verbunden ist) gesendet. Wirklich neugierig bin ich nicht, wie ich geschlafen hab, aber meine smartes WC samt smarter WC-Brille weiß erstens, dass ich ein Mann bin und klappt sich selbst hoch und analysiert gleich mal meinen Flüssigkeitshaushalt. Naja, das Ding weiß eben, dass ich am Klo war, weil es den Mini Transponder unter meiner Haut auslesen durfte 🙂 Vor dem Spiegel im Badezimmer werden mir nun meine customizable Infos angezeigt, bzw. werden mir weitere Infos vorgeschlagen, die lt. Algorithmus super interessant für mich sind. Mein Spiegel blendet mir also Tagestemperatur, Wettervorhersage, Anzahl ungelesener Nachrichten meiner Mailbox, Flüssigkeits- und Nahrungsratschläge samt einer Zusammenfassung meines Schlafes an. Interagieren kann ich mit dem smarter Spiegel meines Badezimmer durch Wisch-Gesten, die ich berührungslos ausführe. Aja, Ankleide-Tipps hat das Ding auch auf Lager, natürlich gekoppelt mit meinem Schrank, der weiß was vorrätig gewaschen ist und was nicht. So einen virtuellen Ankleidespiegel habe ich mir nicht gekauft, zu blöd das Ding. Mir reicht eine Wetter/Temperatur/Häufigkeits/Jahreszeitempfehlung, als Mann ist man entsprechend weniger anspruchsvoll 🙂

Nach dem Ankleiden der smarten und nicht-smarten Kleidung, weiß mein Transponder nun schon eine Spur mehr über mich und meinen heutigen Tag, z.B. kann das Ding herausrechnen, wie leicht ich in der Kleidung schwitzen/frieren könnte und ob ich bereits übel rieche. Durch das Anziehen meldet sich aber auch der Schrank bei der Waschmaschine an und fragt mal, ob es zu einem Wäschestau, durch meine gewählte Kleidung kommt. Glücklicherweise bekomme ich von diesen Abfragen, Checks, Statistiken und Datenbankeinträgen über das Home Command Unit nichts mit, ist ja auch nicht interessant, sondern routinierte „Maschinen-Arbeit“. Beim Frühstückstisch angekommen, fällt mein Frühstück wie üblich (wird im Jahr 2025 wohl immer noch gleich sein) mager bis karg aus, ein leeres Weckerl und ein großes Glas Wasser. Im Tisch sind aber mögliche Wegmöglichkeiten zur Arbeit halbtransparent eingezeichnet, natürlich alles mit Echtzeitdaten aus Straßenverkehr und Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel gekoppelt.

Der Arbeitsalltag im Jahr 2025 sieht bis auf die coolen Gadget analog zu 2014 aus, Tastaturen gab’s mal und werden nur mehr in bestimmten Abteilungen benötigt. Ansonsten sind Daten-Handschuhe angesagt, ich kann mir sogar auf allen Zehnfingern was drauf speichern, cool nicht?. Eigener Laptop/ eigenes Tablet/ eigenes Smartphone? Nicht wirklich im Büro, es gibt Comm-Channels und Work-Areas, die aufgrund des Transponders wissen wer mit ihnen arbeiten oder kommunizieren will, sprich eine Art interne Cloud, integriert in allen Büroräumen in Wänden, Tischen, Boards und sogar Sesseln, die wissen welche Sitzhöhe ich gerne hätte. Falls ich in ein anderes Gebäude des selben Unternehmen gehe, funktioniert das ebenso. Außerhalb des Unternehmens, bei Kunden/Geschäftspartner gibt es eine kleine Box (so groß wie eine Kaugummipackung), die mir eine holographische Arbeitsumgebung samt Präsentationsmodus aufbaut, mehr brauch‘ ich nicht.

Erledigungen/Einkaufen, Freizeitaktivitäten (Sport, Freunde treffen, Kino, etc.) gibt es alles, doch noch zwei Spuren komfortabler. Mein Kühlschrank weiß was der Haushalt gerne isst und kennt die Sonderangebote besser als ich, ich muss nur noch bestätigen und kann einen Trend für meine Ernährungsrichtung, die natürlich von Trends anderer Haushaltsmitglieder beeinflusst werden, vorgeben. Warenzustellung geht nun über eine eigene Smart-Door-Klappe, ähnlich einer Hund/Katzenklappe, eben nur für Pakete aus dem Onlineversand. Meine Freizeitgestaltung ist zu gewissen Grade zufällig und zu gewissen Teil smart beeinflusst, denn wer wann wo Zeit hat, weiß mein Transponder schon den ganzen Tag über und formiert Wahrscheinlichkeiten aus dem social web für Tätigkeiten in der Wirklichkeit. Wenn die Freizeitgestaltung auf Abendessen, gemeinsam Zeit verbringen und etwas Fernsehen hinausläuft, so ist vor allem das Fernsehen kein klassisches Glücksspiel was man in Playlists, Live-Fernsehen oder sonst wo findet. Interessenbekundungen für ein Thema oder einen Film werden kognitiv erkannt und dann auf das digitale Datenlager geschoben, dieses Muster an Interessen wird dann mit dem Sitznachbar auf der Couch abgeglichen. Jedenfalls meldet sich im Laufe des Abends meine Couch, auf der ich sitze, mit einem Vibra-Signal, mein persönliches Reminder-Signal bald mal schlafen zu gehen 🙂

Fazit: Meine Utopie klingt im Grunde genommen wie eine Überschwemmung an Gadgets, Technologie, Vernetzung und künstlicher Intelligenz für Belanglosigkeiten. In meinem Hirngespinst habe ich wie angekündigt das Hauptaugenmerk auf die Technologien gelenkt und ihre Auswirkung im Alltag. Die Gefahren lauern natürlich dort wo man sie heute bereits vermutet. Überwachung war mal, weitgehende Manipulation der eigenen Gedanken und starkes Lobbying für die „Maschinen“ ist angesagt. Maschinen werden sich künftig in Regierungen und politischen Systemen einklinken und ihren Status in der Gesellschaft behaupten wollen, damit sind nicht die Technologie-Unternehmen gemeint, sondern ein Verband der digitalen Intelligenz. Klingt eigentlich nach Terminator mit Sky-Net, sollte es auch 🙂 Wenn wir heute von Datenschutz, Überwachung, dem gläsernen Menschen sprechen, so wird das Menschliche dem Berechneten weichen, sofern wir das wollen und wir meinen es ist doch immer noch menschlich genug. Natürlich sitzt so Manchen der Schauder noch tief im Nacken, der meinen Artikel gelesen hat, ob wir der technologischen Zukunft mit Angst begegnen sollten ist aber nicht die Frage, wohlmehr ob wirklich alles Smart sein muss, was uns umgibt?

 

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