Autofasten – Erfahrungsbericht 25. Mai 2013
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Das erste Mal hörte ich vom Wort Autofasten bereits 2011. Damals von mir noch belächelt aufgrund der Nähe zur katholischen Kirche, konnte ich dem Projekt zwar ein wenig Aufmerksamkeit schenken, doch zum Verzicht auf das Auto konnte ich mich nicht motivieren. Die Zeiten haben sich inzwischen geändert, mein nächster Berührungspunkt zum Autofasten war bei meinen Fernsehauftritt in der Barbara Karlich Show, in der Markus Gerhartinger mich in meiner Ansicht bestärkte, dass bewusster Verzicht Sinn macht. Damals war aber für mich der Verzicht auf mein Auto mehr oder minder nicht vorstellbar oder absehbar. Dennoch habe ich meine Denkweise geändert und ich entschloss mich beim Autofasten 2013 mit dabei zu sein. Auch der zuvor genannten Umstand, dass die Initiative ihren Ursprung in der katholischen Kirche besitzt, verlor für mich an Bedeutung.

Was ist Autofasten?

Die Grundidee kommt dem bewussten Verzicht im Zuge der Fastenzeit aus religösen Beweggründen nahe. Dabei fastet natürlich nicht das Auto, in dem es nicht mehr mit Treibstoff befeuert wird, sondern man selbst verzichtet auf das Fahrzeug, so weit es eben möglich ist. Im Vordergrund sollte dabei stehen, in den 40 Tagen der Fastenzeit bewusst auf sein Fahrzeug zu verzichten und alternative Formen der Mobilität in Anspruch zu nehmen.

Die Teilnahme am Autofasten funktioniert einfach per Anmeldung auf der Webseite. Danach kann mittels ein elektronischen Tagebuch (Mobilitätskalender) mitnotiert werden, wieviel Kilometer man zu Fuß, mit demFahrrad, per Fahrgemeinschaft, per Öffis oder per Auto zurückgelegt wurden. Interessant erscheint auch die österreichweite Verbreitung der Initiative.

Meine Erfahrung mit dem Autofasten

Als ich mich nun zum Autofasten anmeldete, hatte ich bereits einen Fastenvorsprung, der aufgrund meiner beruflichen Veränderung zu tun hatte. Jahre zuvor war ich relativ stark auf mein Fahrzeug angewiesen, um den Weg zum Arbeitsplatz in zeitlich vernünftiger Hinsicht zurückzulegen. Durch die berufliche Veränderung fiel diese Notwendigkeit weg und ich wurde mehr zum Öffi-Fahrer (derzeit im Mai Fahrrad-Fahrer). Mir fiel auf, dass durch das tägliche Eintragen seines Mobilitätsverhalten in den Autofasten Mobilitätskalender, ich mich mehr mit dem Thema auseinandersetzte und ich mir bewusster Gedanke machte, für welchen Strecken und Einsatzzwecke ein Auto absolut notwendig ist. Für mich eine große Erkenntnis, denn meine Freude am Auto und Fahrzeugbasteln zeigt dieser Blog wohl eindeutig. Daher war das Umdenken zu Anfang nicht ganz einfach für mich. Schlussendlich siegte hier aber mein Verstand, der so lapidar meinte: „Für einfache und kurze Strecken brauchst du kein Auto, alles andere gilt es im Detail abzuwägen“. Da ich in der Zeit des Autofastens nicht komplett auf mein Auto verzichten konnte, versuchte ich auf Langstrecken mein Fahrzeug durch Mitfahrer per Mitfahrgelegenheit zu teilen. Das klappte auch recht gut.

Mein Autofasten Mobilitätskalender 2013

13.02. – 30.03. 2013 zu Fuß Fahrrad Fahrgemeinschaft Öffis Auto Summe
zurückgelegte Kilometer  83 0 904 368 792 2147 km
eingespartes CO2 13,48 0 73,42 56,79 0 143,69 kg

Nach Abschluss der Autofasten Fastenzeit, veränderte ich mein Verhalten zur Fahrzeugnutzung in keinsten Weise. Es bleib dabei, dass ich mein Auto fast nur mehr am Wochenende benötige, bzw. Notfalls am Freitag. Aus diesem Grund meldete ich mich zum Dauer Autofasten (Autofasten Plus) an, ein Aufkleber hinter meiner Windschutzscheibe zeigt den Montag als meinen absolut gültigen Autofasten Tag, den ich bei besten Gewisse erfüllen möchte.

autofasten_2013

autofasten_2013

Fazit

Rückblickend betrachtet fand ich die Zeit als Autofaster oder als nun ebenso ständiger Autofaster als ziemlich toll. Einerseits kann ich mich glücklich schätzen im städtischen Umfeld so gut wie gar nicht auf ein Fahrzeug angewiesen zu sein. Andererseits nutze ich bei Langstrecken die Möglichkeit mein Fahrzeit mit anderen zu teilen (per Mitfahrgelegenheit).

Das Autofasten eine Einstellungssache zum Thema Mobilität ist, wurde mich erst durch das bewusste Eintragen meines Mobilitätsverhalten klar. In Zukunft werde ich dem Autofasten treu bleiben als Dauer Autofasten Teilnehmer, der mindestens immer Montags sein Auto stehen lässt. Den Gesamtbericht, resultierend aus der Endumfrage der Teilnehmer zum Autofasten 2013 kann man hier nachlesen (PDF).

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4 Kommentare
Viktor 25. Juni 2013

Das ist das erste Mal, dass ich von Autofasten gehört/gelesen habe. Und ich muss sagen: das finde ich eine sehr sinnvolle Sache! Es kann nicht schaden, sich hin und wieder mal dem Luxus der eigenen Mobilität bewusst zu werden! Und es kann auch nicht schaden, insgesamt ein bisschen bewusster und nachhaltiger sein Leben zu gestalten! Ich werde das definitiv für mich auch mal ausprobieren! Grüße aus

[…] und retour fahre. Im ersten Schritt habe ich mit dem Autofasten begonnen (siehe auch dazu meine Autofasten Erfahrung). Nun gehe ich einen Schritt weiter, das Monatsticket der Öffis ist gegen ein schickes Stadt-Rad […]

Jimmy 24. Juni 2014

finde ich super
danke für info.

[…] und retour fahre. Im ersten Schritt habe ich mit dem Autofasten begonnen (siehe auch dazu meine Autofasten Erfahrung). Nun gehe ich einen Schritt weiter, das Monatsticket der Öffis ist gegen ein schickes Stadt-Rad […]

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